Bewegung als Therapie


Eine gut funktionierende Muskulatur ist wie bereits erwähnt die Grundvoraussetzung, um die Wirbelsäule zu schützen. Etliche Betroffene sind der Auffassung, dass körperliche Aktivität zu weiteren Schmerzen führt. Diese Annahme ist allerdings falsch und trägt eher zu einer Chronifizierung der Schmerzen bei. Je mehr Sie die Muskulatur schonen, umso schneller schreitet die Degeneration der beteiligten Strukturen fort. Bettruhe oder Schonung ist nur selten indiziert und sollte nicht länger als unbedingt nötig verordnet werden. Die Atrophie setzt ansonsten sehr zügig ein und der momentane Zustand verschlechtert sich zunehmend.

Ein körperliches Training ist daher aufgrund der heutigen Lebensweise und der damit abgeschwächten Muskulatur die bestmögliche Therapie bei Rückenschmerzen. In zahlreichen Studien wurde die Wirksamkeit einer aktiven Bewegungstherapie nachgewiesen. Die Schmerzsymptomatik kann bei einem konsequenten Trainingsprogramm gesenkt oder beseitigt werden. Wird ein Trainingsprogramm regelmäßig durchgeführt, reduzieren Sie damit die Wahrscheinlichkeit an Rückenschmerzen zu leiden oder das Wiederkehren von Rückenschmerzen. Um diesen Effekt zu erzielen, reicht nach Untersuchungen zufolge, schon eine Trainingseinheit in der Woche. Nicht das Auftreten von Rückenschmerz ist das Problematische, sondern die immer wiederkehrenden Phasen mit auftretenden und abklingenden Schmerzen. Die Pausen zwischen den akuten Phasen sind der Grund, warum viele Menschen nichts unternehmen. Scheinbar verschwindet der Schmerz ja immer wieder von allein. Allerdings werden diese schmerzfreien Perioden im Laufe der Zeit kürzer und der Schmerz besteht zunehmend dauerhaft. Hier besteht die große Gefahr der Schmerzchronifizierung.

Ein rechtzeitiges Entgegenwirken ist daher sehr entscheidend, je früher gehandelt wird, umso besser und schneller bringt eine Bewegungstherapie den gewünschten Effekt. Durch eine aktive Bewegungstherapie lässt sich die Schmerzsymptomatik (Intensität, Häufigkeit und Dauer) effektiv lindern oder gar komplett beseitigen. Desweiteren ist damit das Fortschreiten von orthopädischen Krankheitsbildern zu verlangsamen. Gerade bei diesen orthopädischen Krankheitsbildern (z.B. Wirbelgleiten) ist eine Bewegungstherapie die effektivste Behandlungsmethode.

Am besten sollte präventiv gehandelt werden. Leider unternehmen meistens Menschen nur dann was, wenn sie schon Schmerzen haben, obwohl dies leicht zu verhindern ist. Die Therapie sollte am besten vor der Schmerzentstehung begonnen werden.

Aus diesem Grund haben rückenstärkende Trainingskonzepte eine große Zielgruppe, und es gibt heutzutage zahlreiche sportliche Angebote, die Rückenschmerzen lindern und zu einer besseren Lebensqualität führen sollen. Aber nicht nur eine Steigerung der Maximalkraft ist vonnöten, sondern vielmehr muss mit einer Bewegungstherapie die Ansteuerung verbessert werden. Die segmentale Kontrolle geht bei länger anhaltenden Rückenschmerzen zunehmend verloren. Durch die Schonhaltungen und anhaltenden Verspannungen verschlechtern sich die Ansteuerung und die Koordination der Muskulatur. Durch ein Trainingskonzept lassen sich diese Defizite wieder korrigieren.
Die Mehrheit der Betroffenen kann durch eine konservative Kräftigungstherapie eine bereits vorgesehene Operation abwenden. Eine gezielte Bewegungstherapie zeigt bessere und nachhaltigere Ergebnisse als Operationen. Eine aktive Therapie ist daher einer Operation vorzuziehen, solange dafür keine medizinischen Indikatoren vorliegen.

Die Ziele einer aktiven Bewegungstherapie sind unter anderem die Verbesserung Ihrer intermuskulärer Koordination und die Steigerung der Kraftwerte der wirbelsäulenstabilisierenden Muskulatur. Eine besser arbeitende Muskulatur schützt senkt nachweislich bestehende Schmerzen.

Auch wenn Sie nur ab und an mal ein Ziehen im Rücken haben, sollten sie schon aktiv dagegensteuern. Umso früher aktiv was unternommen wird, umso höher ist die Chance beschwerdefrei zu bleiben. Rückenschmerzen sind behandelbar oder im besten Fall vorbeugbar, leider unternehmen die meisten Betroffenen erst spät etwas dagegen. Beugen Sie deshalb heute schon vor und lassen Sie uns Ihnen einfache Mittel und Wege zeigen, nicht mehr, oder erst gar nicht darunter zu leiden.



Entspannung als Therapie


Nicht nur eine abgeschwächte Muskulatur kann Beschwerden verursachen. Auch Verspannungen können das muskuläre Gleichgewicht nachhaltig stören. Gerade in der heutigen stressigen Gesellschaft kann die notwendige Entspannung schnell zu kurz kommen. Autogenes Training ist eine Möglichkeit Ihre Verspannungen zu lösen und Ihren Stress abzubauen. Denn Anspannung und Entspannung müssen in einem sinnvollen Verhältnis zueinander stehen. Entspannungsverfahren sind im leistungssportlichen Training schon lange implementiert. Wer sich besser regeneriert, der kann öfters trainieren.

Der limitierende Faktor im Leistungssport ist die Regenerationsfähigkeit und Qualität der Regenerationsphasen. Der Körper kann neurophysiologisch gesehen zwischen zwei Modi wechseln: Anspannung (sympathikotonus) und Entspannung (parasympathikotonus). Nur in den Entspannungsphasen kann der Körper die Reize des Trainings, der Arbeit und des Lernens verarbeiten. Ein modernes Phänomen ist, dass Anspannung und Entspannung in keinem gesunden Verhältnis mehr stehen. Leistungsdruck, soziale Isolation, Anonymität, Reizüberflutung durch das Internet, die Auflösung der Grenze zwischen Arbeit und Freizeit, machen es den meisten unmöglich in die physiologisch so wichtigen Entspannungsphasen zu kommen. Dieser Status wird im Allgemeinen als Stress bezeichnet. Es gibt verschiedene Stressbewältigungsstrategien.

Zu einer dieser Bewältigungsstrategien zählt das Autogene Training. „Das Autogene Training ist ein Entspannungsverfahren, das auf der passiven Konzentration auf Körperwahrnehmung im Sinne einer gezielten Aufmerksamkeit ohne subjektive Anspannung basiert, was durch Selbstsuggestionen noch unterstützt wird“ (Kupper, 2006). Mit Autogenem Training kann wieder ein gesundes Gleichgewicht zwischen Anspannung und Entspannung hergestellt werden. Dies resultiert in einer Tonusverminderung der Muskulatur und somit können schmerzhafte Verspannungen und psychosomatische Schmerzen erfolgreich abgebaut und gemindert werden.



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